Hitzeeinbruch beim 34. München Marathon


Wie umgehen mit dem angekündigten Hitzeeinbruch? Diese Frage stellten sich wohl die meisten der über 21.000 Läufer, darunter etwa 5500 Marathonis, am 13.10.2019 zum 34. München Marathon. Für die Ambitionierten rückten der Sprung zur eigenen neuen Bestmarke in weite Ferne. Die 42 Kilometer lange Strecke zog sich durch die Münchner Innenstadt und könnte auch einem Sightseeing-Plan eines interessierten Touristen entstammen. Einen Tag früher konnten sich die Läufer im Trachtenlauf auf der rund 3,5 km langen Strecke um den Olympiasee einlaufen, egal ob mit Lederhosn, Dirndl oder sonstiger regionaler Trachten.

Vom Start auf dem Coubertin-Platz im Olympiapark ging es für die Läufer zunächst durch das wohl bekannteste Viertel in München, Schwabing (zwischen KM 2-7). Entlang der Leopoldstraße führte die Strecke anschließend durch den Königsplatz zu Münchens grüner Lunge, den Englischen Garten (zwischen KM 8-21). Vorbei an zahlreichen Bächen, Wiesen und Wäldern konnten die Läufer etwas Abkühlung genießen. Ab der 2. Streckenhälfte stiegen die Temperaturen auf bis zu 25°, die zahlreichen Zuschauer entlang der Strecke konnten beobachten, wie die Läufer stets die Schattenseiten suchten. Die Streckenführung ging weiter an der Max-Joseph-Brücke über die Isar in Richtung Oberföhring durch Berg am Laim zum Ostbahnhof (KM 22-32). Vorbei am Gasteig, über die Ludwigsbrücke durch Münchens Innenstadt erlebten die Läufer an mehreren Hotsports ein echtes Stimmungs-hoch mit mitreißender Musik und fesselnden Moderationen (KM 32-37). Im finalen Countdown zum Olympiagelände mit einer Schlussrunde durch das Olympiastadion wurden die Läufer mit frenetischem Beifall der Zuschauer und Livemusik empfangen (KM 38-42).

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  Stefan am Odeonsplatz                                                                Stefan in der Stadionrunde

Dieser Herausforderung stellte sich Stefan Maier vom Lauftreff auf der Marathon-Distanz. Durch die für ihn viel zu hohen Temperaturen ging Stefan den Wettkampf sehr defensiv an, konnte noch bis zum Ende des Englischen Gartens seine anvisierte Geschwindigkeit von 4:30 min/km halten. Danach schlug die Hitze gnadenlos zu. Mit Temporeduzierung und enormer Flüssigkeitsaufnahme aber gepusht durch die frenetischen Anfeuerungen der zahlreichen Zuschauer konnte er seinen bereits 7. Marathonstart in München mit einer Laufzeit von 3:16:59h (280. Platz Gesamt / 30. Platz AK) völlig erschöpft aber äußerst zufrieden die Ziellinie überqueren. Gesamtsieger wurden bei den Männern Vorjahressieger Andreas Straßner vom Regulatpro Team mit der Siegerzeit von 2:28:51h und bei den Frauen die Russin Alexandra Morozova mit einer Siegerzeit von 2:47:88h.

Kurios: ein 14jähriger wollte die 10km Distanz laufen, verpasste die Abzweigung in den Englischen Garten und lief den Marathon mit einer Laufzeit von 3:28:38h. Mit der Erklärung zu seinem ungeplanten Marathon „es lief so gut, ich lauf einfach weiter“ wurde er von seinem Vater im Olympiastadion empfangen.